Samstag, 17. September 2011

TomCAT: Knast - was nun?

Wertvolle Tipps für einen Gefängnis-Aufenthalt

Jeder, der irgendwie mit Drogen zu tun hat, kann sehr schnell mit dem Gesetz in Konflikt geraten, sofern er sie nicht nur konsumiert. Dabei müsste er die Drogen aber schon geschenkt und konsumfertig vor sich hingelegt bekommen, denn der Erwerb sowie der Besitz ist ebenfalls strafbar. Wenn der Richter dann irgendwann bei wiederholten Delikten keine Arbeitsstunden oder Geldstrafen mehr verhängt, sondern eine Freiheitsstrafe, dann ist es soweit – Knast!

Einige Wochen bis Monate nach dem Urteil kommt dann mit der Post ein sogenannter Stellungsbefehl, durch den man informiert wird, bis wann man in welchem Knast antreten und seine Strafe absitzen muss. Außerdem steht da noch drin, was man mitbringen darf und was nicht. Hier sollte man nicht unbedingt alles glauben, was auf dem Papier steht! Mitnehmen sollte man - ganz wichtig – so viel Tabak wie möglich, ob man nun Raucher ist oder nicht! Der Knast ist wie ein Parallel-Universum und Tabak ist dort eine Währung, genauso wie Bargeld. Man kann fast alles dagegen eintauschen, sogar einen kleinen Fernseher und - wer will – einen Ghettoblaster, beides sollte man gegen die Langeweile mitnehmen. Im Stellungsbefehl steht zwar meistens drin, dass man diese Dinge extra anliefern lassen muss, aber die meisten Gefängnisse erlauben, dass man die Sachen dann schließlich doch mitbringen darf. Ein Anruf bei der zuständigen JVA verschafft schließlich Klarheit. Häufig gibt es auch Leih-TV-Geräte, aber man muss dann monatelang darauf warten, bis einer frei wird und in dieser Zeit ist man vor Langeweile dann schon fast verrückt geworden...! Fernseher und Radios müssen in der Justizvollzugsanstalt verplombt werden. Dabei werden sie geöffnet und durchsucht, damit nichts eingeschmuggelt wird. Das kostet etwa 15 Euro pro Gerät. Außerdem sind in der Regel auch noch folgende Dinge erlaubt: Playstation 1 (nur die 1!!!), Schreibmaschine ohne Speicher, 10 CD´s, Schach-Computer, Radiowecker und Taschenrechner - aber alles ohne Speicher! Sollte man also seine Gedanken und Erlebnisse da drin festhalten und aufschreiben wollen, hält man sich am besten an das gute alte Tagebuch.

Man bekommt im Knast Klamotten und Schuhe. Privatkleidung ist für Häftlinge, die wegen eines Drogenvergehens einsitzen, verboten (außer in einigen Bundesländern in der U-Haft). Wenn man 2 Paar Schuhe mitnimmt und ein Paar davon Turnschuhe sind, dann darf man die Turnschuhe mit rein nehmen. Ich kann das nur empfehlen, weil die Turnschuhe, die vom Knast gestellt werden, äußerst unbequem sind.

Was das liebe Geld angeht, so sollte man zumindest genug für die Verplombung der Elektrogeräte mitnehmen, weil die sonst auf der Kammer liegen bleiben und einem nicht ausgehändigt werden! Früher konnte man sich Kohle schicken lassen, mit dem man dann in den Knastläden einkaufen konnte, aber das geht nur noch in ganz wenigen Gefängnissen, weil sich das Gesetz geändert hat. Vom Grundsatz her sollte man von dem Schotter einkaufen, das man im Knast verdient. Das Problem dabei: Es gibt viel zu wenig Arbeit für alle Arbeitswilligen und man muss monatelang darauf warten! Um überhaupt erst einmal die nötigsten Dinge kaufen zu können, kann man für 100 Euro einen sogenannten Sondereinkauf machen. Diese Sondereinkäufe sind als Ersatz für Pakete eingeführt worden, die einem liebe Daheimgebliebene schicken konnten, was jedoch ab September 2010 nicht mehr erlaubt ist. Das Geld dafür muss man sich zweckgebunden von draußen überweisen lassen - man kann es also nicht einfach mitbringen! Ja, das ist alles etwas kompliziert und das führt unweigerlich dazu, dass es einige Zeit dauert, bis man die wichtigsten Sachen, die man benötigt, so einigermaßen beisammen hat... Naja, es soll ja eine Strafe sein und das wird einem durch die ganzen Einschränkungen sehr schnell bewusst.

Diejenigen, die im Methadon-Programm sind, sollten auf jeglichen Beikonsum von illegalen Drogen vor der Haft verzichten, sonst wird man gnadenlos ausdosiert! Das passiert übrigens auch dann, wenn man während der Haft positiv auf irgendwelche Betäubungsmittel getestet wird! Drogen sind im Knast sinnlos teuer! So bezahlt man beispielsweise für 1 Gramm Haschisch 20 - 50 Euro. In letzter Zeit ist im Knast das Substitutionsmittel „Subutex“ groß in Mode gekommen. 1 mg davon kostet etwa 10 Euro (vor allem Drogen sind in Tabak zu bezahlen). Wer nun auf die Idee kommen sollte, seinen Einkauf mit mitgebrachten Drogen aufzubessern, dem sei gesagt, dass man bei Verdacht inzwischen sogar geröntgt wird, um die Drogen aufzuspüren!

Wer alle diese Ratschläge beherzigt, der vermeidet eine Menge Frust und davon gibt es im Knast ja sowieso schon mehr als genug. Man sollte auch immer daran denken, dass die lieben Mitgefangenen keine Chorknaben sind! Häufig wird geklaut. Sämtliche Regeln unterscheiden sich etwas von Knast zu Knast und vor allem von Bundesland zu Bundesland. Ich musste meine Strafe in Hessen absitzen, da ist es im Vergleich zu einigen anderen Bundesländern noch einigermaßen human.

Zum Schluss noch einen Tipp zum Umgang mit den Beamten. Das sind auch nur Menschen und als solche gibt es diejenigen, mit denen man gut auskommt, aber eben auch solche, die sehr schwierig sind. So wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es eben auch zurück!

Hoffentlich müssen nicht allzu viele diese Erfahrungen im Knast machen, denn egal, wie lange man dort einsitzen muss, hinterlässt diese Zeit bei jedem seine Spuren…

Euer TomCAT

© Drogenweltblog 2011

1 Kommentar:

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*-- Becky --*