Donnerstag, 27. Oktober 2011

Domain www.drogenwelt.com zu verkaufen

Liebe Drogenwelt-Blog Freunde,

diesen Blog haben wir vor gut 2 Monaten als Hobby gegründet. Mittlerweile sind die Besucherzahlen teilweise weit in die Tausende pro Tag gestiegen (Höchstwert waren 8.167 Besucher an einem Tag). Dies macht für uns vieles auf der kostenlosen Bloggerplattform sehr schwierig zu managen. Wir strukturieren nun den Blog um, z.B. ziehen wir auf einen eigenen Server und setzen den Blog mit anderer Software um. Es wird u.a. mehr Artikel, mehr Möglichkeiten und eine bessere Benutzerführung geben.

Im Zuge dessen verkaufen wir eine unserer Domains.
www.drogenwelt.com
ist auf Sedo derzeit geparkt. Schaut mal drauf, wenn Interesse besteht.

Fragen dazu könnt ihr natürlich jederzeit gerne unter hessischer.bajuware[@]googlemail.com stellen.


So long, Euer Hessischer Bajuware

Achtung Änderung: 
Durch den Umzug des Drogenweltblogs auf einen eigenen Server und dem bevorstehenden Redesign auf Wordpress steht die Domain www.drogenwelt.com nicht mehr zum Verkauf. Vielen Dank an alle Bieter, die Ihr Interesse gezeigt haben.
*-- DHB --*

Sonntag, 23. Oktober 2011

Becky - Als der nette Kollege, der Methamphetamin herstellte, plötzlich total durchdrehte


Warum Methamphetamin so gefährlich ist

Heute erzähle ich wieder eine Geschichte, die chronologisch zwar nicht hier her gehört, weil sie sich vor ca. 7 Jahren - also 2004 - zugetragen hat, aber diese Erfahrung ist vielleicht eine Mahnung und Warnung für andere Menschen.

Es war im Sommer ein Jahr vorher, als ich im Institut für Landwirtschaft in unserer Kreisstadt L. als Sekretärin zu Arbeiten angefangen habe. Es war sehr ungewohnt für mich, als Sekretärin zu arbeiten (vorher war ich immer Sachbearbeiterin und hatte mein eigenverantwortliches Aufgabengebiet) und alle Chefs waren Doktoren. Ganz in der Nähe meines Büros war das Labor, in dem der etwa 23-jährige, nette und aufgeweckte Chemielaborant Hagen arbeitete. Da er auch Raucher war und in diesem einen Laborbereich geraucht werden durfte, hielt ich mich dort immer in meinen Raucherpausen auf. So kam ich mit Hagen also immer öfter ins Gespräch und wir verstanden uns auf Anhieb sehr gut. Schon ziemlich bald fanden wir heraus, dass wir beide den Drogen nicht wirklich abgeneigt waren. Er hatte zwar noch nie mit Heroin zu tun, aber gekifft hat er auch und er züchtete sich so psychoaktive Pilze selbst daheim. Außerdem hat er schon öfter Koks, Speed und Ecstasy genommen, was es in der Nähe von Hannover scheinbar in Massen gab, wo er eigentlich zuhause war und wo er ab und zu seine Eltern besuchte. Es dauerte nicht lange, bis wir uns alles Mögliche erzählten und uns auch total vertrauten. Er wurde schließlich zu einem guten Freund, denn in meiner Freizeit hatte ich ja zu dieser Zeit nur Kontakt zu meinem langjährigen Freund Stefan, der auf mich zuhause wartete und meist durch seinen Alkohol- und Tablettenkonsum sehr aggressiv war. Mit Hagen konnte ich mich einfach so gut unterhalten. Er war sehr gebildet und wir sprachen nicht nur über Drogen, sondern auch über Politik, Umweltschutz und Gott und die Welt. 

Methamphetamin, Meth, Crystal
Nach einiger Zeit zeigte mir Hagen eine Seite im Internet, die er gefunden hatte und in der unter anderem auch beschrieben wurde, wie man Methamphetamin (meist als „Crystal“ oder „Meth“ bezeichnet) herstellt. Auf dieser in Englisch geschriebenen Seite war auch eine Anleitung zum Bau einer Bombe zu finden oder die Anweisung dafür, wie man andere Computer hacken kann oder Trojaner, bzw. Computer-Viren programmiert. Jedenfalls war die Idee bei Hagen geboren, dass doch mit den Möglichkeiten, die er durch den freien Zugang zu sämtlichen Labors samt Gerätschaften hatte, die perfekten Voraussetzungen dafür gegeben sind, selbst Methamphetamin herzustellen. Er brauchte zwar noch ein paar wenige Dinge, die er nicht in der Arbeit zur Verfügung hatte, wie z.B. Tabletten mit einem hohen Ephedrin-Gehalt (was der Grundstoff zur Synthese des N-Methylamphetamins ist) und roten Phosphor (wenn man nicht tagelang das rote Ende von Streichhölzern abkratzen und sammeln wollte). Die Ephedrin-Tabletten holte Hagen bei sämtlichen Apotheken, die es in der Stadt gab. Er verlangte da immer bestimmte Tabletten gegen Bronchitis und Schnupfen, welche rezeptfrei erhältlich waren. Auch in manchen Appetitzüglern ist Ephedrin zu finden. Was den roten Phosphor anging, war die Beschaffung schon etwas schwieriger. Wir fanden schließlich in einem nicht so bekannten Auktions-Portal im Internet ein Angebot über etliche Gramm roten Phosphor, welchen er sofort bestellte. 

Als Hagen schließlich alle Zutaten beisammen hatte, konnte es losgehen und er arbeitete hauptsächlich am Wochenende in seinem Labor daran. Obwohl die Voraussetzungen und Geräte dafür optimal waren, dauerte die Herstellung einige Tage. Schließlich musste das Ganze, als es fertig war, erst für einige Zeit in einen Gefrierschrank, in dem es sich dann nach und nach kristallisierte. Diese durchsichtigen Kristalle war dann schließlich auch das sauberste und perfekteste Meth, bzw. Crystal, denn man wusste ja genau Bescheid über die Inhaltsstoffe und dass es pur und in keinster Weise gestreckt war. Ich wusste nicht genau, wie viel Gramm er davon wirklich herstellte und er setzte ja auch ständig neues an.

Er gab mir immer wieder einige Gramm kostenlos davon ab und ich muss schon sagen, dass es irgendwie viel stärker wirkte, als das Speed, das ich bis dahin kannte. Es war für mich auch das erste Mal, dass ich Crystal nahm. Ich konsumierte nie besonders viel davon, weil ich schon merkte, dass es so stark wirkt und es mit Bedacht zu gebrauchen ist. Außerdem nahm ich ja gleichzeitig mein Methadon, welches die Wirkung vielleicht auch etwas relativierte. Ich konnte super und konzentriert arbeiten und war topfit und ausdauernd (Überstunden machten mir gar nichts mehr aus), aber ich war auch ganz schön aufgedreht und ich brauchte kaum mehr Schlaf noch Essen. Abgesehen davon war das Sexualleben zwischen Stefan und mir wieder ziemlich aufregend und ausdauernd (ich brachte ihm natürlich auch immer was davon mit), was für uns damals ganz untypisch war, weil ansonsten das Methadon die Libido ziemlich lahm legte. Wie viel Hagen selbst vom Crystal nahm oder auch verkaufte, wusste ich nicht und ich sah auch auf Anhieb keinen Zusammenhang darin, dass er plötzlich von etwas anderen Dingen erzählte, als früher.

Samstag, 22. Oktober 2011

Becky – Verrat, Betrug, Verlust und einschneidende Veränderungen führten letztendlich in den Drogensumpf


Freundschaft vs. Liebe und eine große Neuigkeit oder wenn eine Katastrophe die nächste jagt…

Matthias war irgendwie komisch, nachdem wir von Berlin wieder daheim waren. Er war so unnahbar und wollte immer alleine oder zumindest nicht mit mir zusammen sein. Einen Grund dafür nannte er mir nicht. Er sagte nur so Sachen, wie z. B.: Sollte mal eine Freundin bei ihm vor der Tür stehen und mit ihm schlafen wollen und er den Eindruck haben, dass ihr Sex mit ihm gut tun würde, dann würde er auch mit ihr schlafen. Hhmm. Was sollte ich davon halten? Ich meine, ich habe ja auch „Hair“ gesehen mit freier Liebe und so und ich fand das ja auch ganz gut - eigentlich, theoretisch. Aber das fühlte sich dann schon komisch an und ich dachte mir, dass ich wohl meine Einstellung zur Liebe an sich überdenken sollte. Irgendwie war ich Matthias beinahe hörig und im Grunde musste ich froh darüber sein, dass unsere Beziehung dann nicht mehr lange gedauert hat. Mein Selbstbewusstsein, das sowieso kaum vorhanden war, litt unter der Beziehung zu Matthias doch sehr. So fing ich heimlich wieder an, mich zu ritzen, weil ich mich plötzlich wieder so nutzlos und tot fühlte. Zwar war es nicht mehr so schlimm wie früher, denn wenn ich was zu Rauchen hatte, dann half mir das über dieses Gefühl hinweg. Trotzdem tat mir die ganze Situation sehr weh, denn ich war echt noch sehr verliebt in ihn und verstand das alles nicht.

Da ich nun öfter allein war, trieb ich mich in der Stadt herum und traf dort Harry, der mir schon am Stammtisch das ein oder andere Mal einen Drink ausgegeben hatte. Jetzt, wo allgemein bekannt war, dass ich mit Matthias zusammen war und auch kiffte, galt dieses „Gesetz“ nicht mehr, wonach mir keiner Drogen gegeben hat. So lud mich Harry ab und zu zum Rauchen ein und ich war auch einige Male bei ihm zuhause. Wir sprachen über Gott und die Welt, auch über Stefan, dem Dealer von Matthias, den Harry gut kannte. 

Dienstag, 18. Oktober 2011

Becky - Auf den Spuren von Christiane F.


Becky´s Eltern trennen sich und Becky macht Urlaub in Berlin

Meine Mutter arbeitete als selbstständige Handelsvertreterin für ein Baby-Bad, welches nur aus Naturprodukten bestand und in der Schweiz ausschließlich für die Firma ihres Chefs hergestellt wurde. So bekam sie nie ein festes Gehalt und ich wünschte ihr täglich viel Glück, bevor sie losfuhr, damit sie hoffentlich einige Dosen Baby-Bad verkaufte und wir somit etwas Geld hatten. Meistens reichte es gerade so für die Miete und die laufenden Kosten. Die Finanz-Sorgen meiner Eltern, bzw. meiner Mutter, waren immer auch meine Sorgen und es machte mich wahnsinnig, dabei nichts tun zu können. So half ich eben damit, indem ich nie etwas von meiner Mutter erbeten habe (wie z.B. einen „Marco-Polo“- oder „Boss“-Pulli, welche beinahe alle meine Freundinnen in Massen besaßen), außer für 120,- DM „Adidas“-Turnschuhe (das waren feste weiße Leder-Turnschuhe mit den berühmten 3 schwarzen Streifen an den Seiten und so ein hellgrauer Wildleder-Teil vorne an den Zehen; die Schuhe hatte damals einfach jeder!). Die mussten einfach sein und von da an hatte ich die auch Jahre nicht mehr ausgezogen.


Meine Eltern ließen sich zwei Jahre vorher scheiden und mein Vater zog wieder zu seinen Eltern (meinen Großeltern) in die 25 km entfernte Kreisstadt. Der Freund meiner Tante Elisabeth hatte meinen Vater damals aus unserer Wohnung geworfen, als er es wieder einmal zu bunt getrieben hatte, weil er allein auf das Drängen meiner Mutter gar nicht daran dachte, die Trennung, zu der sich meine Mutter nun endlich durchgerungen hatte, hinzunehmen. Er machte aber trotzdem noch oft Telefon-Terror und kam anfangs auch noch einige Male einfach zu uns und wollte meine Mutter wieder umstimmen (das klappt natürlich nicht, wenn man nachts besoffen an den Rollläden auf der Terrasse randaliert).

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Lebensgefährliche Droge „Krokodil“ in Bochum verkauft

Liebe Leserinnen und Leser! 

Aus aktuellem Anlass verbreiten wir eine Warnung der Polizei Bochum und der Krisenhilfe Bochum und bitten darum, diese Warnung weiterzuleiten an Arztpraxen, Notfallaufnahmen in Kliniken, Drogenberatungsstellen und Gesundheitsräume.

 

Bochum / Lebensgefährliche Droge "Krokodil" in Bochum verkauft!

Eine dringende Warnung der Bochumer Krisenhilfe und der Bochumer Polizei


Am zurückliegenden Wochenende wurden in Bochum die ersten Fälle von Desomorphinkonsum bekannt. 
Die aus Russland stammende Droge, die zunächst im Raum Frankfurt angeboten wurde, wird von Insidern auch "Krokodil" oder "Krok" genannt. Sie gilt als Heroinersatz, ist allerdings wesentlich gefährlicher. Die körperliche Abhängigkeit kann bereits nach einer sehr kurzen Konsumzeit beginnen. Außerdem muss das Desomorphin häufiger gespritzt werden, da der Rausch nur ca. zwei Stunden anhält. Innerhalb weniger Stunden verfärbt sich die Haut an den Einspritzstellen grün-grau (daher "Krokodil") und stirbt ab. Nicht selten kommt es danach zu großflächigen Haut- und Gewebeschäden, evt. sogar zu Amputation von Körperteilen, zum Leberversagen und zu platzenden Blutgefäßen.
 

Eine in Bochum betroffene Person ging davon aus, dass sie ausschließlich Heroin erworben und anschließend gespritzt habe. 
Es ist daher davon auszugehen, dass im Raum Bochum zurzeit Heroin verkauft wird, dem das lebensgefährliche Desomorphin beigemischt wurde. Mittlerweile haben sich vier Personen gemeldet, bei denen die Hautverfärbungen aufgetreten sind. Alle glaubten, Heroin erworben zu haben. Die Bochumer Krisenhilfe und die Bochumer Polizei warnen ausdrücklich vor dem Konsum dieser Droge! Das Kennzeichen des Konsums vom "Krokodil" sind ungewöhnliche/außerordentliche Gewebeschäden bzw. Abszesse im Zusammenhang mit einem Opiatkonsum. Betroffene können sich bei ihrem Arzt oder bei der Krisenhilfe e.V. Bochum melden!

Hier geht es zu einem Video auf unserer Videoseite, das den ganzen Schrecken der Auswirkungen dieser Droge zeigt. Zart besaitete Menschen sollten es sich überlegen, das Video anzusehen. Mehr Warnung geht NICHT! (leider ist das Video auf russisch, aber die Bilder sagen mehr als 1000 Worte). Lasst die Finger von jeglichen harten Drogen!


Becky - Der erste LSD-Trip

Wie Lachen zur Qual werden kann… 

Mein damaliger Freund Matthias und ich unternahmen sehr viel in dieser Zeit. Eigentlich waren wir ständig unterwegs. Entweder besuchten wir Freunde und meine Tante samt ihrer Familie oder wir fuhren mit dem Jeep einfach so durch die Gegend. Benzin war damals ja lange nicht so teuer als heutzutage. Christian, ein Freund von uns, hatte auch einen Jeep und so fuhren wir dann auch oft zusammen durch die Pampa. Einmal blieben wir im hohen Schnee stecken und Christian und seine Freundin zogen uns mit ihrem Jeep wieder raus. Zum Glück waren sie in der Nähe, denn es war nachts und wir wären da draußen erfroren, wären wir allein unterwegs gewesen. Handys gab es damals ja noch nicht. Christian kiffte auch, er hatte allerdings das Problem, dass er an Epilepsie litt und immer wieder tauchte er mit Blessuren u. a. auch im Gesicht auf, die er sich zuzog, während er hin und wieder plötzlich einfach umfiel und sich dabei natürlich meistens verletzte. Er war dann immer kurz bewusstlos und kam wieder langsam zu sich. Er nahm wohl gelegentlich auch Speed, hat seine Freundin erzählt und das nervte sie immer total, weil das seine Epilepsie noch verstärkte. Kiffen machte ihm diesbezüglich wohl keine Probleme. Man konnte nicht sagen, wann es wieder passieren würde. Eigentlich hätte er auch gar nicht autofahren dürfen, aber die Krankheit wird er vermutlich bei der Führerscheinprüfung nicht angegeben haben.

Matthias interessierte sich sehr für die Politik und er war begeistert von der KPD (Kommunistische Partei Deutschland), die bereits 1956 in Deutschland verboten wurde. Er ging auch schon vor meiner Zeit zu Demonstrationen und ähnlichen Veranstaltungen, aber natürlich immer gewaltfrei. Denn: „Killing for peace ist like fucking for virginity“! Umweltschutz war ihm auch immer sehr wichtig, nur das unnötige Autofahren passte da nicht so ganz dazu, aber immerhin warfen wir keinen Abfall raus oder ließen irgendwo in der Natur unseren Unrat liegen. Damals war mir das alles jedoch noch nicht so wirklich bewusst, denn ich hatte sowieso nichts angezweifelt, was Matthias jemals tat oder sagte, schließlich habe ich durch ihn so viele neue Dinge kennengelernt und er kannte sich überall aus. Ich war ein kleines Mädchen zwischen 15 und 16 Jahren und er war da schon 19 Jahre alt und hatte mir gegenüber einen enormen Wissensvorsprung, womit er nicht wirklich hinter dem Berg hielt. Bescheidenheit war diesbezüglich nicht gerade seine Stärke. Wir besuchten einige Veranstaltungen der Friedensinitiative. Meine Freundin Sabrina war auch oft dabei. Einer der Vorsitzenden in der Friedensinitiative unserer Stadt war auch im Stadtrat bei der SPD tätig und ich kannte ihn gut, denn er war gleichzeitig unser Geschichtslehrer. Eigentlich hatte ich in der Schule schon immer den Eindruck, dass er mich sympathisch findet, vielleicht auch deshalb, weil ich eine der wenigen war, die ihn nicht wegen seinem Stotter-Problem ausgelacht hat, aber als er mich, Sabrina und Matthias bei den Veranstaltungen der Friedensinitiative gesehen hat, war er auch in der Schule noch netter zu uns (Sabrina saß in dem Schuljahr neben mir). Matthias und ich waren damals voller Enthusiasmus und glaubten, dass wir die Welt verändern können.

Ich führte mit meiner Mutter ewige Diskussionen darüber, dass Cannabis doch eigentlich legalisiert werden müsste und dass das Kiffen gar nicht so schlimm ist. Sie wusste nur, dass ich es schon einmal ausprobiert habe, aber dass ich täglich Haschisch rauchte, wusste sie natürlich nicht (und auch nicht, dass meine roten Augen damit zu tun hatten). Und die Ahnungen, die sie in dieser Richtung hatte, verdrängte sie einfach nur, weil eben nichts ist, was nicht sein darf…!

Es gab damals eigentlich immer nur Haschisch und zwar hauptsächlich den „Grünen Türken“. Marihuana gab es nur im Spätsommer zur Erntezeit, wenn jemand in der Gegend draußen im Freien ein paar Pflanzen angebaut hatte. Diese Home-Grow-Sachen gab es damals noch nicht so wirklich. Ein befreundetes Pärchen züchtete Marihuana in der Wohnung, aber das funktionierte auch nur, weil sie eine ganze Zimmerfront aus Glas hatten und deshalb genug Licht an die Pflanzen gelangen konnte. Ganz selten nur kam man mal an Gras aus Holland, das sogenannte „Skunk“, heran. Es hat sich schließlich kaum jemand getraut, es von Holland aus nach Deutschland zu schmuggeln. Man musste ja immerhin erst einmal über die Grenzübergänge damit kommen… Unser Zeug zum Rauchen bekamen wir meistens von einem Freund von Matthias und hin und wieder kam auch Stefan vom Nachbardorf S. vorbei, den Matthias über Christian kennengelernt hatte. Er hatte immer wieder auch besonderes Haschisch dabei, welches es nur selten gab, wie z. B. den „schwarzen Afghanen“ oder den „roten Libanesen“. Das Gramm kostete zu der Zeit standardmäßig 12,50 DM.

Stefan war ganz anders als die sonstigen Freunde von Matthias, die alle eher öko-mäßig drauf waren und auch so aussahen. Stefan hingegen war ja eigentlich auch kein Freund von Matthias, sondern eher sein Dealer. Er hatte oben kurze dunkelrot-gefärbte Haare und die längeren, glatten, hinteren Haare, die ihm bis zu den Schultern gingen, waren schwarz-gefärbt. Er war sehr dünn und immer sehr nervös und ständig irgendwie „auf dem Sprung“. Nur selten blieb er für einen Joint da, wenn er Matthias was verkaufte, was eigentlich so Sitte war, dass der, der was kaufte, erst einen Joint baute, zu dem er den Verkäufer einlud. Stefan hatte irgendwie etwas Geheimnisvolles an sich und er erzählte oft auch von anderen Drogen, wie LSD (Lysergsäurediethylamid) und Kokain, was er selbst auch konsumierte und wohl auch verkaufte. Naja, irgendwie sah man ihm auch an, dass er schon härtere Drogen genommen hatte, als nur zu Kiffen. 

LSD in Tablettenform und als Löschblätter
Eines schönen Tages kam er wieder zu Matthias und verkaufte ihm drei LSD-Trips. Es waren „Mikros“ - klitzekleine Tabletten. LSD gibt es sonst auch noch als kleine Stückchen Löschblätter mit verschiedenen Bildern darauf. In diesem Fall aber waren es „grüne Sterne“, also winzige grüne Tabletten in Stern-Form. Wir sagten meinem Ex-Freund Robert und einer gemeinsamen Freundin Rosi Bescheid, weil beide auch schon immer mal LSD ausprobieren wollten und warteten, bis endlich das Wochenende kam. Wir wussten nicht sehr viel über LSD, nur, dass es sehr extrem wirkt und dass die Wirkung schon einige Stunden andauert. Am Samstag trafen wir uns alle vier bei Matthias zuhause und nahmen die Trips. Robert und Matthias nahmen je eine Stern-Tablette und Rosi und ich nahmen nur jeweils eine halbe. Es war gar nicht so einfach, so eine winzige Tablette zu halbieren. Aber schon eine Stunde später war ich heilfroh, dass ich nur einen halben Trip genommen habe (und ich habe nach dem Erlebnis auch später niemals einen ganzen Trip geschluckt)! Diese Mikros waren wahnsinnig stark, habe ich später erfahren und die gab es auch nur kurz. Danach gab es an Mikros nur noch einmal so „schwarze Zylinder“, die sahen aus wie so Bleistiftminen und auch da habe ich nur einen halben „Trip geschmissen“.

Dienstag, 11. Oktober 2011

Hochinteressante Rechtsanwaltsberatung für den Fall einer Hausdurchsuchung

Wie verhält man sich richtig bei einer Hausdurchsuchung? 

In der Rubrik Video haben wir ein neues Video eingestellt. Auf YouTube gibt es Millionen von Drogenvideos, aber um das eine Prozent sehr nützlicher und interessanter Videos zu finden, das ist richtige, aufwendige Recherche-Arbeit. Heute aber haben wir wieder einmal ein wahres Sahnestück gefunden!

Das Video zeigt über eine Stunde lang eine kostenlose Rechtsanwaltsberatung, wie man sich bei Hausdurchsuchungen zu verhalten hat. Jedes Wort und jeder Satz, den ihr unbedacht von euch gebt, wenn die Polizei bereits im Haus ist oder aber auch schon an der Haustür, kann unvorhergesehene Folgen haben, und das bereits bei minimalen Verstößen!

Im Gegensatz dazu kann unter Umständen das richtige Verhalten bei einer Hausdurchsuchung beim gleichen Vergehen sogar zu einer Einstellung des Verfahrens führen.  Hochinteressant für jeden, dem das mal passieren könnte, wie z.B. Drogenkonsumenten jeglicher Art oder Hanfaktivisten im Netz (wir können uns gut vorstellen, dass vor allem in Bayern die Polizei schon mal bei einem zuhause persönlich aufkreuzt, nur weil man im Netz seine eigene Meinung über Cannabis oder andere Drogen geäußert hat).

HIER gehts zum Video


© Drogenweltblog 2011

Samstag, 8. Oktober 2011

Unsere Meinung zu Cannabis

Nicht alles, was verboten ist, ist auch gefährlich

Wenn man die Artikel vom Hessischen Bajuwaren und Becky verfolgt hat, kann man sich bereits denken, welche Meinung wir beide zu Drogen im Allgemeinen und zu Cannabis im Speziellen haben. Trotzdem wollen wir hier noch einmal ausführlich unsere Einstellung dazu kundtun. 

Schon immer dachten wir uns, dass jede Pflanze, die auf dieser Erde wächst, doch seinen Sinn haben muss und natürlich auch seine Berechtigung! Der liebe Gott lässt doch nichts einfach nur so wachsen! Eigentlich machen doch erst der Umgang und die Dosis die meisten Pflanzen oder Substanzen zu Rauschgiften! Vor rein chemischen Drogen hatte ich schon immer eine gewisse Abneigung.

Die Hanf-Pflanze gehört doch zu den faszinierendsten Pflanzen, die es auf dieser Welt überhaupt gibt. Man kann aus Hanf so unwahrscheinlich viele nützliche Dinge machen! Aus welcher Pflanze sonst kann man schon gleichzeitig Seile, Kleidung, Bodenbeläge, Medikamente, Körperpflege- und Nahrungsmittel (sehr gesund, enthält viel Vitamin B) machen und dient gleichzeitig noch als Droge???

Cannabis ist außerdem in letzter Zeit immer wichtiger in der Medizin geworden. Es hilft bei Multiple Sklerose, Schlaflosigkeit, ADS und ADHS und sogar beim Tourette-Syndrom. Auch bei Magersucht wurden mit Cannabis durch die appetitsteigernde Wirkung gute Ergebnisse erzielt!

Abgesehen davon ist die Cannabis-Pflanze auch noch sehr schön anzusehen, deshalb hätten wir so eine Cannabis-Pflanze auch gerne als Zimmerpflanze zur Zierde, aber das ist ja leider verboten und der Ärger, der bei der Entdeckung auf einen zukommen würde, ist uns die Schönheit dann doch nicht wert….

Als ich noch jung war, dachte ich, dass Haschisch und Marihuana doch schon viel gefährlicher und schädlicher sein müssten, als Zigaretten und Alkohol, da diese schließlich überall erhältlich und legal sind. Außerdem hat jeder Jugendliche schon mit 12 oder 13 Jahren ordentlich viel Bier getrunken, das gehörte sogar bei den Fußballern damals zum Training dazu, was mich bei meinem ersten Freund schon immer enorm gestört hat. Aber damals glaubte ich dummerweise, dass der Staat schon die Dinge verbieten würde, die gefährlich für seine Bürger sind. Aber jetzt weiß ich, dass es dem Staat ja nicht um die Gesundheit der Menschen geht, sondern einzig und allein um Geld und Profit! Würde der Staat am Cannabis-Konsum durch Steuern mitverdienen, dann wäre es ruck zuck legal und es würde auch dafür Werbung im TV laufen. Tja, als junger Mensch hat man halt so ein gewisses Urvertrauen zu den Erwachsenen, die etwas zu sagen haben und damit zur Regierung. Jetzt aber, da ich mich in der Mitte meines Lebens befinde (na gut, „Mitte“ ist vielleicht etwas übertrieben, denn dann müsste schon alles optimalst laufen, dass ich einmal 80 Jahre alt werde bei meiner Vergangenheit…) und an vielen Erfahrungen reicher bin, weiß ich, dass dieses Vertrauen leider nicht gerechtfertigt ist. Aber so müsste es doch eigentlich sein! Oder? Sollte die Regierung nicht nach gesundheitlichen Aspekten entscheiden, welche Drogen sie legalisiert und welche nicht, anstatt nach rein finanziellen Gründen zu handeln? Würde sich unser Staat Gedanken um unsere Gesundheit machen, dann wäre Alkohol verboten und Cannabis erlaubt und in jedem Geschäft und an jeder Tankstelle zu erwerben! Hätte nicht auch der Staat viel mehr davon, wenn es nicht jährlich 74.000 Alkoholtote gibt und dazu noch jede Menge Alkoholkranke (über die Alkoholkranken kann man keiner Statistik glauben, denn die Dunkelziffer ist dabei zu enorm, denke ich mal – schon allein aus eigener Erfahrung), die ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können?

Wenn wir jetzt mal nur von unserem eigenen Bekanntenkreis ausgehen, dann sind schon so wahnsinnig viele Freunde, Bekannte und auch Familienangehörige an Drogen gestorben. Viel zu viele! Aber knapp die Hälfte davon starb an Alkoholmissbrauch!!! - Und das, obwohl wir viele Leute aus der Drogenszene kannten. Mit Drogenszene meinen wir jetzt Kokain und Heroin, also harte Drogen, die bei einer Überdosis durchaus tödlich sein können. Noch nie haben wir gehört, gelesen oder erlebt, dass jemand an Cannabis gestorben wäre!

Im Vergleich zu Alkohol richtet das Rauchen von Cannabis viel weniger Schaden an! Abgesehen davon ist Hanf eine friedliche Droge. Kein Cannabis-Konsument wird je aggressiv werden und beispielsweise seine Frau und Kinder schlagen oder anderweitig Amok laufen! Kiffer sind eher ruhig und froh, wenn ihnen selbst keiner was tut! Ganz anders als bei den Alkoholikern, die im Suff nicht mehr wissen, was sie tun und dann am nächsten Tag feststellen, dass sie irgendwas total Wahnsinniges angestellt haben während ihrem Alk-Rausch. Das passiert bei Cannabis-Konsumenten nicht! Man verliert dabei nie so dermaßen die Kontrolle, dass man etwas machen würde, was man selbst nicht mal für möglich hält und seinem eigenen Wesen nicht entspricht!

Wir kennen, nachdem wir über zwei Jahrzehnte sämtliche Drogen konsumiert haben, die Wirkungen und vor allem auch die langfristigen Auswirkungen von sämtlichen Rauschgiften. Und vor allem haben wir am eigenen Leib erfahren, was Alkohol aus einem machen kann. Deshalb fanden wir vom Drogenwelt-Blog schon immer, dass Marihuana und Haschisch legalisiert werden müssten. Der Meinung sind wir auch heute noch und so ist Cannabis die einzige Droge, die wir auch derzeitig noch ab und zu konsumieren.

Dabei ist aber auch zu erwähnen, dass selbst Cannabis trotz allem mit Bedacht zu gebrauchen ist. Das holländische Marihuana zum Beispiel, welches heutzutage weitverbreitet ist, hat es schon sehr in sich, denn es ist über Jahrzehnte so gekreuzt und gezüchtet worden, dass es einen THC-Gehalt von bis zu 20 % enthält. Die Wirkung davon ist enorm stark! So kann es schon vorkommen, dass einige Jugendliche ernsthafte Probleme bekommen und vor lauter Rauchen ihr Leben nicht mehr auf die Reihe kriegen, wenn sie zu viel davon rauchen und zu früh mit dem Cannabis-Rauchen anfangen. Auch wenn das bei den Teenies, die Alkohol trinken viel schlimmer ist. Denkt nur mal ans Flat-Rate-Saufen und die dazugehörigen Alkoholvergiftungen! Ist schon mal ein Jugendlicher wegen einer Haschisch-Vergiftung ins Krankenhaus gekommen?

Haschisch, Marihuana, Joints
Hanf ist jedoch dennoch eine Droge, wenn auch eine „weiche“. Trotzdem gilt auch da der Grundsatz: Die Dosis und der Umgang machen die Substanz gefährlich! Wobei die Dosis-Steigerung bei Haschisch oder Marihuana weitaus weniger ausgeprägt ist, als bei Alkohol und anderen Drogen. Bei manchen Menschen kann das Haschisch- oder Marihuana-Rauchen aber auch Psychosen auslösen. Wir wollen nicht sagen, dass Cannabis vollkommen ungefährlich ist und jedem zugängig gemacht werden soll. Ab einem Alter von 18 Jahren sollte das aber jeder selbst entscheiden können und dürfen!

Eine Frage bleibt schließlich: Sind Haschisch und Marihuana Einstiegsdrogen? Zwar wird das immer wieder behauptet, weil der ILLEGALE Drogenkonsum bei den meisten Menschen mit dem Kiffen anfängt, aber aus unserer Erfahrung hat noch keiner einen Joint angefasst, der nicht vorher schon Alkohol getrunken und Nikotin geraucht hat. Das sind nämlich die eigentlichen Einstiegsdrogen! Warum immer wieder behauptet wird, dass Cannabis den Einstieg in ein Drogenleben begünstigt, ist deshalb so, weil der Cannabis-Dealer einem früher oder später auch andere Drogen anbietet. Bei uns war es zumindest so, dass der Typ, der uns anfangs regelmäßig mit Haschisch versorgt hat, irgendwann auch mal LSD und Kokain mitgebracht hatte. Im jugendlichen Leichtsinn und mit einer gewissen Experimentierfreude passiert es dann sehr oft, dass man dann auch mal andere Drogen ausprobieren will, wenn sie einem schon direkt vor die Nase gelegt werden.

Könnte man Haschisch in einem Geschäft kaufen, käme man gar nicht erst auf die Idee, einen Drogendealer anzusprechen, um andere, härtere Drogen zu kaufen. Außerdem will doch im Grunde keiner gegen das Gesetz verstoßen. Ergo: Wären Haschisch und Marihuana legal, dann wäre die Gefahr gebannt, dass man dadurch so leicht an härtere Drogen gelangt.

Wenn man das alles objektiv und vernünftig betrachtet, kann man doch nur zu einem Schluss kommen: Legalize it!

Becky und der Hessische Bajuware

© Drogenweltblog 2011

Dienstag, 4. Oktober 2011

Turboentzug unter Narkose – Geld machen auf Kosten von Süchtigen – Die medizinische Verarschung! Teil 1

Hessischer Bajuware – Wie alles begann… Bier, Gras, Speed, XTC, Heroin, Codein

Es war der schlimmste Entzug den ich jemals erlebte; jeder kalte Entzug ist locker dagegen.

Aber erst mal ganz zum Anfang: Als Jugendlicher war ich sehr sportlich, spielte Fußball und Tennis, betrieb Leichtathletik und noch einiges mehr. In allen Disziplinen war ich überdurchschnittlich gut. Ich wuchs in einem kleinen Dorf mit 5.000 Einwohnern auf, in dem es zwei Cliquen gab. Die einen waren die Sportler - hauptsächlich Fußball - wo nach einem Sieg auch schon mal gesoffen wurde, aber sonst war bei denen alles in Ordnung. Die zweite „Fraktion“ waren diejenigen, die sich täglich an verschiedenen Stammplätzen trafen, samt einem Kasten Bier und Haschisch. Das waren die Coolen; das waren die, zu denen ich mich hingezogen fühlte, obwohl ich in der anderen Gruppe sportlich wirklich Anerkennung fand, aber das war mir egal. So lernte ich eines Tages einen Typen kennen, der später mal mein bester Freund werden sollte. Er nahm mich mit und führte mich in diese Gesellschaft ein. Ich war von Anfang an durch meine lockere Art beliebt und akzeptiert.

Immer öfter ließ ich das Fußballtraining sausen und traf mich mit meinen neuen „Freunden“. Ich fing mit 14 Jahren an zu rauchen, wir tranken jeden Tag viel Bier und irgendwann brachte jemand etwas Gras mit. Es wurde ein Joint gebaut, der in der Runde kreiste. Ich spürte damals nicht viel davon, aber alleine das Ritual war schon etwas Besonderes für mich. So lief das dann ca. zwei Jahre lang. Mit 16 Jahren lernte einer meiner damaligen Freunde, Jörg, bei der Arbeit einen sehr viel älteren Typen kennen, der mit Speed dealte. Die Qualität des Stoffs von damals ist nicht mehr zu vergleichen mit dem heutigen Mist, der massentauglich gestreckt ist.

Das Speed wurde in kleinen Glasröhrchen verkauft, in welchen normalerweise diese Aromen zum Backen verpackt waren. Das Gramm kostete 100 DM. Jörg kaufte ihm ein Gramm davon ab und zeigte uns abends seine Errungenschaft. Wir waren zu sechst im Zimmer eines Freundes und konsumierten es nasal. Nach etwa 30 Minuten trat die Wirkung ein - wie ein Bombenschlag! Wir waren auf einmal alle total super drauf! Glücksgefühle stellten sich ein und alle bekamen einen „Laber-Flash“ (Redezwang), wie ich ihn später nie mehr erlebt hatte. Wir waren das Zeug ja noch nicht gewöhnt und die Qualität war hervorragend, da der Dealer das Zeug selber direkt im Labor herstellte (das lag damals mitten in Oberbayern, in der Nähe von Erding) und so reichte uns das Gramm für 24 Stunden. Wir redeten und diskutierten bis spät in den Abend des nächsten Tages hinein.

Aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass dies einer von den Momenten war, warum ich drogensüchtig wurde, denn meine Kindheit war schön und behütet und ich denke heute noch gerne an diese Zeit zurück. Es war einfach nur Zufall, dass ich mich für die falsche Clique entschied, in der härtere Drogen konsumiert wurden, statt Fußball gespielt, trainiert und gelegentlich einmal gekifft wurde.

Uns sechs Freunde, welche wir zusammen dieses Erlebnis teilten, verband ab diesem Zeitpunkt etwas ganz Spezielles. Gleich am nächsten Wochenende kaufte Jörg für jeden von uns ein Glasröhrchen mit einem Gramm Speed Inhalt. Das Ritual verfestigte sich, wir diskutierten dieses Mal das ganze Wochenende durch, über Gott und die Welt.
Nach kurzer Zeit waren wir so süchtig nach dem Zeug, dass wir freitags Abend alle auf heißen Kohlen saßen und warteten, bis Jörg endlich mit dem Stoff kam. Wäre ja kein Problem gewesen, denn der Dealer war ja sein Arbeitskollege, aber Jörg war schon immer der Unzuverlässigste in unserer Clique…

Das ging nun etwa drei Monate so weiter bis mir der Konsum am Wochenende nicht mehr reichte. Ich war damals in der Ausbildung und eine Line Speed nach dem Aufstehen machte alles viel leichter und lockerer. So kam es, dass die meisten von uns nun täglich Stoff zur Verfügung hatten. Ohne Speed ging ich nicht mehr aus dem Haus. Anfangs reichte ein Röhrchen mit einem Gramm die ganze Woche, schnell aber trat eine Gewöhnung ein und es wurde mehr und mehr konsumiert. Da Jörg aber immer nur freitags kaufen konnte, mussten wir uns etwas einfallen lassen. Als Auszubildender hat man ja nicht allzu viel Geld für so etwas übrig. Aber das war mir damals piep-egal. Es wurden dann halt am Freitag bereits 3, 4 und bald auch 5 Röhrchen gekauft, so dass ich über die ganze Woche kam. Die psychische Sucht hatte sich nämlich längst in mein Hirn gebrannt wie ein Brandzeichen auf einem Ochsen - nicht mehr wegzubekommen!!!

Durch die ganzen neuen Kontakte verlor ich nach und nach meine Sportfreunde. Dafür aber lernte ich wöchentlich neue Drogenkonsumenten kennen. Es verlagerte sich aus unserem Dorf in die nächstgrößere Stadt mit etwa 30.000 Einwohnern. Eines Tages kam einer dieser neuen „Freunde“ zu mir, öffnete eine leere Zigarettenschachtel und zeigte mir den Inhalt. Unregelmäßig geformte Kugeln von einem Durchmesser von etwa 1cm., bräunliche Farbe, der Geruch süßlich. Ich fragte ihn, was er denn da für ein Zeug hätte. Seine Antwort war: „Ecstasy“! - Ecstasy??? Das hatte ich noch nie gehört, aber mir war sofort klar, es musste eine neue synthetische Droge sein. Er erzählte mir, dass sein Kumpel Chemie im 3. Semester studiert und ebenfalls auf Drogen steht. MDMA, so hieße der Stoff. Heute weiß ich, dass es sich um 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin handelte, und das in seiner reinsten Form und in den Kugeln so hoch dosiert, wie es heute (wenn man überhaupt noch reine MDMA-Pillen bekommt) in 10 Stück enthalten ist. Eine Kugel davon kostete damals um die 120 DM, sie wäre auch 500 DM wert gewesen, wie ich später feststellen musste. Ich kaufte ihm 4 Kugeln davon ab und war gespannt wie ein alter Regenschirm, wie die Dinger schließlich wirken würden.

Abends traf ich mich mit meinem damals besten Freund Michael und wir gingen erst einmal in unsere Stammkneipe, tranken ein paar Bier, nahmen ein paar Linien Speed, wie es inzwischen üblich war. Dann zeigte ich ihm meine neue Errungenschaft. Damals, im sehr jugendlichen Alter, hatten wir ja nur Erfahrungen mit Hasch, Gras und eben Speed. MDMA, das war etwas ganz Neues, Unbekanntes und Spannendes. Nun, wie sollten wir es einnehmen? Das war die Diskussion. Schließlich einigten wir uns, je eine Kugel zu zerdrücken, sie waren sowieso nicht maschinell (wie heute) gepresst, sondern handgerollt. Kleingehackt mit einer Rasierklinge schnupften wir das Zeug und warteten gespannt auf das, was da kommen sollte. 20 Minuten, 40 Minuten, 1 Stunde, hmmmm…. Es kam nichts, keine Wirkung – überhaupt nix! Na klar, verarscht hat er uns, der Wichser, da waren wir uns sicher und haben uns tierisch aufgeregt. Kennt wohl jeder, der mal was mit Drogen zu tun hatte und abgezockt und verarscht wurde oder ähnliches erlebt hat. Man ist einfach verärgert! Na ja, im Nachhinein möchte ich mich nach mehr als 20 Jahren für die bösen Gedanken gegen ihn entschuldigen, er hat uns nämlich nicht abgezockt, er gab uns das beste Ecstasy, das ich je in meinem Leben konsumierte. Nie wieder hatte ich dieses Gefühl beim Einnehmen einer Droge, sei sie illegal oder legal!

1986 gab es noch keine „industrielle“ Massenproduktion von Ecstasy-Pillen, wie es heute der Fall ist. Heutzutage weiß man ja auch nie, was für einen Wirkstoff man in der Pille vorfindet; da kann alles drin sein. Deshalb wirkt auch jede Pille etwas anders, je nach Wirkstoffdosis und Zusammenstellung.

Hans hatte im Labor der Uni Zugang zu den reinsten Grundstoffen, welche benötigt werden, um MDMA zu produzieren. Auch hatte er alle Gerätschaften bester Qualität, die man braucht, um den Stoff zu synthetisieren. Wahrscheinlich hatten sich seine Professoren an der Uni gefreut, dass er auch abends noch Versuche für seine Diplomarbeit durchführt und ihn als Musterstudenten eingestuft ;-))

Nun gut, als der erste Versuch, das Zeug zu schnupfen grandios fehlschlug, kamen wir auf die Idee, das Ganze einfach mal oral zu uns zu nehmen. Hatten wir ja auch schon oft mit Speed gemacht, was uns immer als die wirksamere Methode vorkam. Also, rein mit der Kugel ins Limonaden-Glas und aufgelöst getrunken. Nach etwa einer halben Stunde ging es los, es war bis heute das größte, tollste und beste Drogenerlebnis, welches ich in 20 Jahren meiner späteren Sucht immer wieder suchte und nie wieder mit keiner Substanz fand.

Im nächsten Teil beschreibe ich, wie es binnen kurzer Zeit weiter ging Richtung Heroin und Codein und - der Knaller überhaupt - mein erster Entzug von Codein! Damals war das neu, ein Traum für jeden Süchtigen: im Tiefschlaf binnen 24 Stunden clean! – Von wegen!!! Bis heute wird mit dieser Methode Geld gemacht auf Kosten der Süchtigen.
Freut euch drauf; es wird eine Horrorgeschichte!

HIER  geht es zum 2. Teil der Geschichte und mein Erlebnis mit dem Narkose-Entzug.

Euer hessischer Bajuware

© Drogenwelt Blog 

Drogenhilfe fordert Unterstützung für Abhängige


Drogenabhängige müssen nach Ansicht der Integrativen Drogenhilfe (idh) in Frankfurt bei einer Rückkehr in die Gesellschaft stärker unterstützt werden.


Beschlagnahmte Drogen. Die Drogenhilfe fordert stärkere Unterstützung. (Archiv) Frankfurt. Geschäftsführerin Gabi Becker forderte am Freitag neue Projekte. Vor allem Arbeit und eine ausgefüllte Freizeit könnten "clean" gewordenen Menschen wieder das Gefühl geben, ein sinnvolles Leben zu führen, sagte Becker anlässlich des 25-jährigen Bestehens.

Quelle: Frankfurter Neue Presse
Den ganzen Artikel im Original gibt´s HIER      

Freitag, 30. September 2011

Methadon sollte man NIEMALS spritzen!

TomCAT - Der Weg vom ersten Joint bis hin zu Maden in den Abszessen meiner Gliedmaßen 

Niemand, der seinen ersten Joint raucht, rechnet je damit, dass er irgendwann einmal an der Nadel hängen wird. So war das auch bei mir. Trotzdem hat es von dem Zeitpunkt des ersten Joints bis zur Heroinabhängigkeit fast 10 Jahre gedauert. Die Entwicklung war allerdings schleichend und ich habe erst einmal den Verlockungen der Pharmaindustrie nicht widerstehen können.

Der Übergang vom Codein zum Heroin war dann fließend und es wurde immer schwieriger für mich, das nötige Geld für den Stoff aufzutreiben. Das war so die Zeit (ca. 1996), als das Methadonprogramm für jedermann zugänglich wurde. Zunächst durften nur Leute mit schweren Krankheiten daran teilnehmen. Ich hatte damals einen supercoolen Arzt, der heute leider nicht mehr praktiziert und der mein Asthma zur tödlichen Seuche deklarierte und somit kam ich schon sehr früh in das Programm, in dem ich jetzt bereits seit über 15 Jahren ununterbrochen bin.

Am Anfang war es eine echte Erlösung, wenn man nicht mehr jeden Tag dem Stoff - und zuerst dem Geld - hinterherlaufen muss, und dafür war ich diesem Arzt unendlich dankbar. Ich habe ihm zum Geburtstag sogar ein Schlagzeug geschenkt, weil das eines seiner Hobbys war. An einem Fallschirm für sein anderes Hobby habe ich mich nicht herangetraut. Ich wollte nicht daran schuld sein, wenn er vom Himmel fällt…!

Natürlich war und ist die Aufnahme in das Methadonprogramm an eine Menge Auflagen gebunden, die man einhalten muss. Der Konsum von anderen Drogen (Ausnahme THC = Cannabis) ist verboten und man muss regelmäßig Urin abgeben, der auf sämtliche Substanzen kontrolliert wird. Mindestens sechs Monate lang muss man jeden Tag zum Arzt und das Zeug dort unter Aufsicht einnehmen. Es gibt Methadon meist flüssig, aber auch in Tabletten-Form. Ich nehme die flüssige Variante, weil ich das schon so lange gewohnt bin. Da ich zu dieser Zeit berufstätig war, hatte ich erhebliche Probleme, das alles auf die Reihe zu bekommen, um dann noch pünktlich am Arbeitsplatz erscheinen zu können. Es gilt schließlich auch, die Sprechzeiten beim jeweiligen Arzt einzuhalten! Nach diesen sechs Monaten kann man dann – sofern die Urinkontrolle ohne Beikonsum ist – das Methadon (bzw. das Rezept dafür) vom Arzt immer für eine ganze Woche mitbekommen Das ist dann die sogenannte „Take-Home-Dosis“. Früher war das Rezept für 7 Tage ausgestellt, aber heute bekommt man die Rezepte nur noch für 6 Tage und das Methadon für den siebten Tag muss man dann schon direkt in der Praxis einnehmen. Diese Regelung wurde eingeführt, weil viele Leute, die das Methadon verkauft haben, gar nichts mehr davon selbst genommen haben. Dadurch, dass sie einen Tag gezwungen sind, die komplette Dosis zu schlucken, müssen sie dann auch den Rest der Woche Methadon konsumieren, um Entzugserscheinungen zu vermeiden. So wollen die Ärzte den Schwarzmarkt an Methadon eindämmen.

Natürlich liegt man auch an der Kette, wenn man im Methadonprogramm ist. Ich hatte lange Zeit das Glück, einen verständnisvollen Arzt zu haben und diesem bin ich auch 14 Jahre lang treu geblieben, bis er aufgehört hat zu praktizieren. Das kann aber auch ganz anders laufen. Wenn man das Pech hat, bei einem Arzt oder noch schlimmer bei einem Psychiater zu landen, der meint, er hätte die Weisheit mit Löffeln gefressen, dann sollte man sich warm anziehen! Es gibt z. B. so einen Arzt in der Eschersheimer Landstraße in Frankfurt. Der lässt Patienten mit Beikonsum jeden Tag 2 Stunden in der Praxis warten, bis sie ihr Methadon bekommen. Außerdem bewirft er jeden Patienten schriftlich mit Schmutz, der es wagt, zu einem anderen Arzt zu wechseln. Als ob das noch nicht genug wäre, putzt er die Leute bei jedem Besuch runter und lässt sich feiern wie ein Halbgott in weiß. Zum Glück gibt es aber mittlerweile im Internet eine Bewertung für Ärzte, die man zu Rate ziehen sollte, wenn man auf der Suche nach einem Substitutionsarzt ist. Das ist aber – Gott sei Dank – eine Ausnahme, wobei es mir an Erfahrungen fehlt, was die Ärzte außerhalb Frankfurts so treiben. Ich wäre also dankbar, wenn ihr mir eure Erfahrungen mit Ärzten außerhalb von Frankfurt einmal schicken würdet (am besten per Kommentar oder per E-Mail - siehe Kontakt).

Um die Wirkung vom Methadon zu erhöhen, habe ich das Zeug auch häufig gespritzt. Ich hatte das seltene Glück (Unglück?), einen Apotheker zu haben, der mir entgegen den Anweisungen des Arztes das Methadon pur und in Pulverform ausgehändigt hat! Wenn man sich Methadon so pur injiziert, so kann es mit der Wirkung von chemisch reinem Morphium durchaus mithalten. Das gilt allerdings nicht für das Methadon, welches man normalerweise in der Apotheke bekommt. Das ist verdünnt und häufig mit Sirup versetzt, eben damit man es sich nicht spritzen kann. So pur, wie ich das Methadon bekam, ließ sich das Zeug zwar ganz leicht spritzen, aber dadurch, dass das Material chemisch so aggressiv ist, habe ich Unmengen an Narben durch Abszesse und Nekrosen an Armen und Beinen davongetragen, die mich wirklich entstellen. Außerdem habe ich mich auf diese Art und Weise mit dem Methadon auf bis zu 400 mg am Tag hochdosiert und musste daher noch illegal Methadon dazukaufen, um keinen Entzug zu bekommen, da mir die ohnehin schon hohe Dosis vom Arzt irgendwann nicht mehr ausreichte. So war ich zu diesem Zeitpunkt so weit wie vor dem Eintritt ins Methadonprogramm, nur dass ich kein Heroin mehr gekauft habe, sondern stattdessen Methadon, zusätzlich zu dem, welches ich vom Arzt verschrieben bekam.

Finanziell hat mich das damals wenig gestört, weil ich zu diesem Zeitpunkt über genügend Geld verfügte, aber die Wunden an meinen Beinen vom Spritzen wurden immer schlimmer. Das tote Fleisch fing an zu riechen und zweimal hatte ich sogar ganz kurz Maden in den Wunden, obwohl sie regelmäßig versorgt wurden! Irgendwie hat wohl doch eine Fliege den Weg durch den Verband gefunden und in meine Wunde ihre Eier abgelegt. Ich habe mich damals wirklich vor mir selbst geekelt! Die Sucht an sich ist sowieso immer für jeden ein Leidensweg, aber sobald man sich das Zeug injiziert, kann das Leid noch ganz andere Dimensionen annehmen…!

Durch einen Gefängnisaufenthalt wurden meine Beine dann kuriert und seither trinke ich mein Methadon, so wie es sein soll und lasse die Finger von Spritzen. Im Methadonprogramm bin ich immer noch.

Für viele Leute ist Methadon der erste Schritt zu einer cleanen Existenz, obwohl es nicht bei vielen Menschen gelingt, sie schrittweise davon abzudosieren bis sie schließlich auf Null sind. Es kann aber auch - wie in meinem Fall - eine langfristige Unterstützung sein, um von illegalen Drogen und der sich daraus ergebenden Kriminalität wegzukommen. Übrigens gibt es für Menschen, die lange Zeit von Kokain abhängig waren, auch so eine Art Substitutionsmittel. Dazu wird Ritalin (Methylphenidat) verwendet.

Viele Grüße,
TomCAT

© Drogenweltblog 2011

Donnerstag, 29. September 2011

Becky – Im Kreis der „weisen“ alten Kiffer…

15-Jährige haben oft den besseren Durchblick, selbst bei der Polizei!

Bei dem Geburtstag meiner Oma kam wie immer die ganze Familie zusammen. Unsere Familie trifft sich grundsätzlich zu jedem Geburtstag eines Familienangehörigen und an Weihnachten.

Damals nahm ich auch Matthias mit. Meine Tante Miriam war mittlerweile schon ein paar Jahre mit Mike zusammen, der schon bei den Kissenschlachten mit den „Vipers“ damals vor einigen Jahren in Miriam´s Zimmer bei meiner Oma immer dabei war. Er kannte mich also schon von klein auf. Die beiden hatten inzwischen geheiratet und einen Sohn, nämlich Tim - meinen Cousin - bekommen. Leider hat Miriam in der Schwangerschaft das Rauchen einfach nicht lassen können (und damit meine ich Nikotin und Cannabis) und sie nahm auch noch einmal LSD in den ersten Schwangerschaftswochen, als sie noch nicht wusste, dass sie schwanger war. Das alles wirkte sich auf Tim natürlich aus. Er war mittlerweile ca. 1 ½ bis 2 Jahre alt und er hustete schon als Baby wie ein alter Raucher. Er hatte leichtes Asthma und er litt auch an Hausstauballergie. Außerdem war er so ein „Treibauf“ und da Miriam und Mike auch noch versuchten, ihn antiautoritär zu erziehen, war Tim gerade mal 3 Jahre alt, als seine Mutter das erste Mal Angst vor ihm bekam, weil er direkt zuschlug und unheimlich böse wurde, wenn ihm irgendetwas nicht passte. War ja auch kein Wunder, da er Grenzen ja noch nie kennengelernt hatte. Das wurde im Laufe der Jahre nicht besser und er wurde immer größer und kräftiger… Er hatte wohl auch das ADHS-Syndrom (Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung), denke ich jetzt so im Nachhinein, aber das wurde damals nie festgestellt. Jedenfalls war er das unkontrollierbarste und unberechenbarste Kind, das ich je kennenlernte. Kindern tut ein freier Wille eben nicht gut. Sie brauchen einfach gewisse Grenzen, um normal in einer Gemeinschaft leben zu können. Und das sage ich, wobei Freiheit für mich immer das wichtigste war und ist! Aber die damals in Mode kommende antiautoritäre Erziehung hat noch keinem gut getan; das ist zumindest meine Erfahrung. Und ich weiß auch, wie es ist, wenn man eine Scheiß-Kindheit hatte und versucht, damit all seinen Blödsinn, den man veranstaltet, zu rechtfertigen. Man denkt, dass man sowieso keine Chance im Leben hat, aber so einfach darf man es sich nicht machen! Das weiß ich heute! Spätestens ab einem Alter von 20 Jahren ist man selbst verantwortlich für das, was man tut, auch wenn man keinen optimalen Start ins Leben hatte! Ich glaube an so eine Aussage, die ich einmal irgendwo aufgeschnappt habe, die da heißt: „Das Schicksal / Gott bürdet dir nur die Last auf, die du auch tragen kannst!“

Jedenfalls kamen bei dem Geburtstagsfest meiner Oma Matthias und mein Onkel Mike sehr schnell ins Gespräch und entdeckten dabei, dass wir alle kifften und so machten wir aus, dass Matthias und ich die kleine Familie bald bei ihnen zu Hause besuchen würden. Das taten wir schließlich auch. Sie wohnten etwas alternativ zusammen mit einem Freund, dem Helmut und seiner Familie in einem 2-Familien-Haus mit großem Garten in einem kleinen Dorf. Sie alle waren so um die 30 Jahre alt und für uns – vor allem für mich – sehr alt. Wenn man 15 oder 16 Jahre alt ist, kommen einem alle Erwachsenen ziemlich alt vor… Dementsprechend hatte ich auch Respekt vor ihnen. Es war immer sehr schön, wenn wir sie besuchten. Manchmal waren auch Anna und Michi da, ein befreundetes Pärchen von Miriam und Mike. Naja, Anna war schon immer die beste Freundin von Miriam und ich kannte sie auch schon sehr lange und wusste, dass meine Oma immer schimpfte, dass Anna Miriam zu sämtlichen Schandtaten anstiften würde. Wir kochten und aßen also alle zusammen. Sie alle sahen wie Hippies aus, selbst Tim hatte lange blonde Locken und mit seinen blauen Augen sah er wie ein kleiner Engel aus. Aber das täuschte, denn eigentlich war er ein wahrer Teufelsbraten. Er raste immer wild in der Wohnung oder im Garten herum und bekam als Passiv-Raucher auch alles an Rauch ab, was seine Eltern und ihr Besuch so verqualmten… Für seine Wildheit sprach auch, dass er sich seinen Arm brach, kurz nachdem er laufen konnte, und so rannte er halt mit seinem Gips am Arm weiter. Sie alle hatten immer viel zu erzählen aus vergangenen Drogen- und Rocker-Zeiten. Mike saß auch schon einmal im Gefängnis, weil er den Supermarkt, in dem Miriam an der Kasse arbeitete, überfallen hatte. Seit Tim auf der Welt war, trieben es Miriam und vor allem Mike nicht mehr ganz so wild, aber dennoch kam Tim irgendwann mal zu meiner Oma und erzählte da brühwarm, dass die Polizei mit Hunden bei ihnen „zu Besuch“ war und alles durcheinander gebracht haben…

Ja, Hausdurchsuchungen stehen in Bayern an der Tagesordnung. Besonders auf dem Land! Da hat die Kripo nichts Besseres zu tun, als sich auf Kleinkriminelle und arme Konsumenten zu konzentrieren, weil die Großdealer auf dem Land eher dünn gesät sind. Nicht der idealste Wohnort für jemanden wie mich, der eigentlich nur seine Drogen konsumieren wollte. Eigentlich war die Hausdurchsuchung bei dem Nachbarn Helmut und seiner Familie, aber als die Polizisten feststellten, dass Helmut eine Tüte voller LSD-Trips ins Klo zu schütten versuchte, durchsuchten sie gleich die Wohnung von Mike und Miriam auch noch mit, weil sie wussten, dass die beiden Familien gut miteinander befreundet waren. Die Polizei kennt auf dem bayerischen Land so ziemlich alle Freundschafts- und Bekanntschafts-Verhältnisse ihrer „Pappenheimer“. Das kommt vor allem auch davon, dass es viele Spitzel gab, die sie regelmäßig informierten und so kannte die Kripo so ziemlich jeden Drogenkonsumenten. Zum Glück fand die Polizei bei Miriam und Mike nur etwas Haschisch. Trotzdem war es ein riesiges Gezeter!

Einestages waren Matthias und ich bei Anna und Michi zu Besuch, wo auch Mike und Miriam dabei waren. Michi hatte einen Braten gekocht und nach dem Essen genehmigten wir uns eine Bong (Wasserpfeife). Ich habe vorher schon einmal eine kleine Wasserpfeife geraucht, aber dieses Ding konnte man praktisch im Sitzen rauchen, wenn man es auf den Boden stellte und auf einem Stuhl saß. Also, diese Bong war mindestens 80 cm lang und entsprechend breit war das Rohr oben, so dass sehr viel Rauch auf einmal inhaliert werden konnte. Wir rauchten das Teil und mich hat es so dermaßen weggebrettert, dass ich mich erst einmal auf die Toilette zurückgezogen hatte. Als ich dort eine Weile auf der Schüssel saß und dann wieder meine extrem enge Jeans hochziehen wollte, bekam ich voll die Platzangst und keine Luft mehr. So zog ich die enge Jeans kurzerhand aus und kam nur mit meinem langen Wollpulli, der mir bis zu den Knien reichte, und meinen Stiefeln zurück. So fuhr ich mit Matthias später auch nach Hause. Ich konnte mich um alles in der Welt nicht mehr in diese Hose zwängen! Naja, nach dieser Wasserpfeife war ich definitiv nicht mehr gesellschaftsfähig!

Als es Frühling wurde, fuhren Matthias, ich, Miriam, Mike, Tim, Anna und Michi nach Österreich auf die Hütte, die mein Onkel Josef schon seit Jahren gemietet hatte. Mein Onkel wird eigentlich von jedem nur Sepp genannt und obwohl er eigentlich ursprünglich aus der ehemaligen DDR stammte und erst im Alter von 14 Jahren nach Bayern kam, ist er durch und durch ein Bayer geworden. Er ist ein richtiges Original und ohne seine bayerische Lederhose und die passenden Woll-Strümpfe sieht man ihn eigentlich nie. Es war eine ganz einfache Hütte mit Plumpsklo und ohne Elektrizität. Die Kühe standen direkt vor der Hütte und dem kleinen eingezäunten Garten oder bei kaltem Wetter waren sie auch hinten in der Hütte im Stall. Dann musste man sich – auch nachts mit der Taschenlampe – erst einmal den Weg durch die schlafenden Kühe bahnen, um auf´s Klo zu kommen. Gekocht und gleichzeitig geheizt wurde mit einem großen Holzofen und deshalb war das Holzhacken immer ein notwendiges Übel - für andere, denn für mich war es schon immer eher ein Hobby! Schon als ich noch klein war, fuhren wir hier rauf und ich rannte schon vor dem Frühstück erst einmal auf den Berg zum Gipfelkreuz hinauf, der gleich neben der Hütte steht. Später wurde das schon schwieriger, denn schon im Alter von 16 Jahren merkte ich deutlich meine Raucherei und ich war bei weitem nicht mehr so fit wie früher. Die Hütte war sehr idyllisch gelegen und nicht nur in den Bergen lebte ich meine Liebe zur Natur aus.

Die Grenze in Österreich war auch immer eine Hürde. Manchmal nahmen die Grenzposten ihre Arbeit schon sehr genau. So kam es auch, dass sie uns, als ich einmal mit meinen Eltern vor einigen Jahren diese Grenze passierte, um zur Hütte zu kommen, das ganze Auto zerlegten. Was sie genau suchten, wussten wir nicht, aber als sie noch in die Koffer schauen wollten und fragten, ob wir da etwas drin hätten, das verzollt werden müsste, meinte meine Mutter total genervt: „Zu verzollen haben wir nichts, aber eine Pistole habe ich in meinem Koffer dabei!“. Damit wurde die Durchsuchung natürlich noch intensiver. Gefunden haben sie natürlich nichts, aber diese Art von „Humor“ meiner Mutter kommt bei der Polizei meistens nicht so gut an… Trotzdem kann sie sich da einfach nicht zusammenreißen und muss dann immer etwas unverschämt und vorlaut werden; so ist sie eben. Obwohl das schon so ewig lange her ist (ich war damals vielleicht 8 Jahre alt), kann ich mich noch sehr gut daran erinnern, weil ich noch nie so lange so intensiv an einer Grenze durchsucht wurde.

Auf der Hütte jedenfalls gingen Michi und Anna im nahegelegenen Wald spazieren und fanden dort Pilze... Es waren psychoaktive Pilze, dessen chemischer Wirkstoff „Psilocybin“ heißt und sie wirken ähnlich wie LSD. Diese Pilze werden unter Drogenkonsumenten auchMagic Mushrooms“, „Mushrooms“, „Psilos“, „Psylos“, „Zauberpilze“ oder „spitzköpfiger Kahlkopf“ genannt. Man bekommt davon Halluzinationen und Sinnestäuschungen. Michi schnitt die Pilze auf und würzte das Essen damit (Tim´s Essen wurde davon natürlich verschont). Ich habe nicht allzu viel davon gegessen, weil ich mich nicht getraut habe und so habe ich nur ansatzweise ein bisschen davon gemerkt. Jedenfalls war es allgemein ein lustiger und sehr langer Abend! Am nächsten Tag aßen wir Haschisch, indem Anna und Miriam das Haschisch erhitzten und es in kleinen Krümeln in einen Joghurt oder mit Kaba vermischten. Das wirkte dann etwas stärker, als das Haschisch zu rauchen. Alles in allem war es ein sehr schönes verlängertes Wochenende – und sehr berauschend! Wir rauchten auch eine Erdpfeife in den Bergen und Tim saß auf Matthias´ Schoß und durfte den Jeep über die Berge lenken! Mit dem Jeep fuhren wir sowieso die Wiesen und Berge rauf und runter, sofern sie wegen der Kühe nicht eingezäunt waren. Das war das ideale Gefährt für diese Gegend! Für Tim war es auch ein sehr schönes Erlebnis, glaube ich. Er konnte da oben toben, wie er wollte!

Es war eine sehr schöne Zeit damals und das Band zwischen mir und Miriam wuchs. Aber dennoch haben sie nicht alles richtig gemacht und schon zu der Zeit hatte ich so meine Zweifel, vor allem was die Erziehung von Tim anging. Aber ich hätte mir niemals herausgenommen, dass ich Kritik übe an Menschen, die schon 10 oder mehr Jahre auf dem Buckel hatten, als ich. Das war aber falsch. Ich sehe das jetzt im Nachhinein so. Manchmal denkt man auch als älterer Mensch, der ein Vorbild sein sollte, nicht so weit, wie man denken sollte und übersieht so manche Folgen, die seine Handlungen einmal haben könnten…

Diese Erfahrung, zu sehen, dass auch Erwachsene nicht automatisch alles richtig machten, bestärkte mich schließlich darin, meine Meinung und Einstellung zukünftig auch vor älteren Menschen vertreten zu können.

Viele Grüße, bis zum nächsten Mal,
Eure Becky

© Drogenweltblog 2011

Montag, 26. September 2011

Taunusanlage in Frankfurt - auf dem Weg, wieder die größte offene Drogenszene in Europa zu werden. Wer ist schuld? Politik oder Polizei?

So schnell kann ein Wandel sein - Taunusanlage wieder Drogenszene in Frankfurt!

Drogenszene erobert die Taunusanlage zurück – in kürzester Zeit wird sie wieder Europas größte offene Drogenszene werden. Denkt an unsere Worte in sechs Monaten, ihr werdet erstaunt sein!

Noch vorgestern haben wir einen Artikel über die offene Drogenszene, die damals in den Neunzigern in der Taunusanlage angesiedelt war und als die größte Europas galt, veröffentlicht. Durch die genannten Verbesserungen (wie z. B. die Einrichtung von Drogenkonsumräumen), die mit Verstand und Intelligenz durchgesetzt wurden, waren die städtischen Politiker im Römer schon damals um Längen gegenüber anderen Städten mit ihren Politikern voraus, die nur auf Wahlergebnisse und (für den ängstlichen Normalbürger) positive Schlagzeilen setzten (und heute noch setzen).

Druckräume, niederschwellige Angebote zum Ausstieg für Süchtige, die völlig austherapiert sind und nicht zuletzt das städtische Heroinprogramm (Abgabe von reinem Heroin / Morphin an Süchtige), waren die Hauptgründe, welche dieses Projekt zum Vorzeigemodell für Städte in ganz Europa machte und bis vor kurzem auch noch war.

Aber trotz Druckräumen und anderen vielfältigen Angeboten, wie z.B. das „Cafe Fix“, mussten die Leute ja irgendwo hin. Es etablierte sich die offene Szene, in der sich in Frankfurt täglich geschätzte 9000 Süchtige (die Dunkelziffer ist vielfach höher, denn vieles läuft in Privaträumen ab, in denen die Polizei keinen Zugriff hat) sich mit Stoff versorgen. So verlagerte sich das Ganze rund um den Bahnhof; ja eigentlich war und ist das ganze Bahnhofsviertel über die letzten 15 Jahre zur offenen Drogenszene Frankfurts geworden. In der Elbestraße, Weserstraße, Moselstraße, etc. kann man kaufen, was es an illegalen Drogen zu erwerben gibt. Es ist aber für die Öffentlichkeit kaum mehr sichtbar, da sich nur noch wenige Junkies öffentlich Heroin in die Venen jagen, sie gehen lieber in die Druckräume, in denen sie ihre Ruhe haben und ein hygienisches Spritzbesteck. Also positiv für alle.

Nun aber hat die Stadt Frankfurt und die Polizei, beginnend mit der WM der Frauen, ihre Strategie fatal geändert. Während der WM sollte die Stadt, besonders rund um den Bahnhof, an dem alle ausländischen Gäste ankommen, sauber werden. Keine Junkies sollte es geben in Frankfurt, denn Frankfurt ist eine saubere Stadt ohne Drogenproblem, war die Devise, die umgesetzt werden sollte. Was taten sie also, die Polizei und die städtischen, unwissenden Schreibtischhengste? Um dies zu erreichen, begannen sie wieder, die Süchtigen von ihren jahrelang angestammten Plätzen zu vertreiben. Süchtige sind immerhin schwerstkranke Menschen mit einer von allen Krankenkassen und der Politik anerkannten schweren chronischen Krankheit, vergleichbar mit Diabetikern. Welcher Polizist käme auf die Idee, einem Zuckerkranken seine Insulinspritze, die er zum Überleben braucht, wegzunehmen? Welcher städtische Saubermann käme auf die Idee, anzuordnen, Diabetikern ihre Medikamente wegzunehmen, weil dann die Krankenkassen entlastet würden?

„Junkie-Jogging“ oder „Junkie-Hopping“ nennt man in Fachkreisen den Vorgang, die Süchtigen mit regressiven Mitteln (Wegnahme von Drogen und Spritzen - das Insulin der Heroinsüchtigen) von den etablierten Treffpunkten zu vertreiben. Wenn man die geistreichen Einfälle der Polizei und der Stadt bewerten müsste, müsste man sagen, es fehlt der entsprechende Intelligenzquotient der handelnden Personen oder etwas anderes läuft schief.

Wo sollen die 9000 Menschen denn hin? Sie brauchen ihr Heroin oder Crack täglich, wie eben der Diabetiker sein Insulin auch. Also beginnt der Kreislauf: Junkies werden vertrieben, suchen sich neue Plätze, kommen dann aber wieder an den Bahnhof zurück. In den letzten Wochen und Monaten war die Vorgehensweise der Polizei rund um den Bahnhof so dermaßen regressiv, dass sich die Szene entweder in die privaten Wohnungen zurückzog (das gilt nur für diejenigen, welche auch eine private Wohnung haben) und von dort aus gedealt wurde – sehr gut, aber schlecht für die Statistiker und Polizei, denn somit sind sie jeglicher Kontrolle entzogen, oder aber sie verteilten sich in andere Stadtteile. Die Behörden haben keine verlässlichen Statistiken mehr. Nun gut, wer meint, das ist die Lösung, dem sei in Deutschland (genauso wie mir in diesem Artikel) die Meinungsfreiheit per Gesetz zugestanden. Ob die teils krankhaften Meinungen von Politikern und Staatsbediensteten ein Problem lösen oder verschlimmern, zeigt sich nun auf perverseste Weise in Frankfurt.

BILD titelte heute in Riesenlettern folgende Schlagzeile:


Leider kann ich aus Urheberrechtsgründen nicht den ganzen Bericht veröffentlichen, daher werde ich die aktuelle Situation in meinen eigenen Worten schildern, mit einem Zitat und Quellenangabe: Bildzeitung Frankfurt vom 26.09.2011

Durch das „schlaue“ Vorgehen, die Tausenden von Süchtigen am besten nach München oder Berlin ;-) zu vertreiben, verlagert und erobert sich nun die Szene Stück für Stück wieder die Taunusanlage zurück, nach mehr als 20 Jahren Ruhe unter den Banktürmen. Schon heute sind wieder täglich bis zu 200 Süchtige auf der Anlage zu finden, die ihre Crackpfeifen öffentlich im Park rauchen und auch Drogen kaufen, denn es wird nämlich wieder fleißig gedealt in der Taunusanlage. Heroin, Kokain, Methadon und noch mehr Crack und Rohypnol oder andere stark wirkende Medikamente werden angeboten und radikal aufgekauft. Nach realen Schätzungen (die weichen ab von denen der Politiker) werden in Frankfurt täglich 18 - 20 kg Heroin verbraucht. Bei Kokain, das nicht so stark gestreckt wird, dürften es 30 - 40 kg täglich sein. Rechnen Sie doch selbst mal nach, wie viele Süchtige es wohl geben mag in Frankfurt!!

Zitat eines Berichtes der BILD-Zeitung vom 26.11.2011, Autor Max Schneider, www.Bild.de:
„In den Neunzigern war sie der Treffpunkt für Europas Junkies, ein Hort aus Elend, Leid, Horror und Tod. Jetzt steuert die Taunusanlage erneut auf gefährliche Zeiten zu: Die Süchtigen holen sich die Grünanlage zurück.“

Geht also einfach mal auf www.Bild.de und lest euch den ganzen Artikel durch. Es ist positiv, dass BILD die neue Entwicklung publik macht, aber der Bericht untertreibt maßlos. Die reale Situation ist wesentlich und mittlerweile auch sichtbar schlimmer. Wir vom Drogenweltblog sagen voraus, dass in zwei Jahren die Taunusanlage wieder die größte offene Drogenszene sein wird, aber nicht mehr Europas, sondern die weltweit größte! Statistiken hin oder her, schaut auf die Realität und entscheidet nicht nach falschen Zahlen.

© Drogenweltblog 2011